Lumière - Das Abenteuer be-ginnt! / Lumière - L'aventure commence!

Samstag 24.11. um 17.00 Uhr im Lumiere

Frankreich 2017, 90 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Thierry Frémaux

Lyon, März 1895. Durch das Tor der Lumière-Werke, in denen fotografische Platten hergestellt werden, strömen Arbeiter auf die Straße: Frauen, Männer, ein Pferdewagen. Die Besitzer der Fabrik, Auguste und Louis Lumière, halten die Szene mit ihrer neuen Erfindung fest: Ihr Kinematograf ist zwar nicht die erste Kamera der Welt, aber ihre Bilder machen Filmgeschichte. Über 1400 kurze Filmszenen drehen die Brüder Lumière, 108 davon hat Thierry Frémaux, Leiter der Filmfestspiele Cannes, ausgewählt und mit ebenso unterhaltsamen wie informativen Kommentaren versehen.
Frémaux' spannende Zusammenstellung der teils weltberühmten, teils neu zu entdeckenden Filmschätze in restaurierten Kopien ist eine bewegende Reise zu den Anfängen des Kinos und bietet darüber hinaus einen einmaligen Blick auf die Welt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Lumiere - das Abenteuer des Kinos beginnt!
"Was diesen Film so berührend macht, ist das Gefühl, dass man hier sieht, was man zuvor noch nie gesehen hatte: den ersten Film, die erste Kamerafahrt, die erste Totale, die erste Komödie, den ersten Dokumentarfilm." (Le Monde)

Das ist unser Land! / Chez nous

Samstag 24.11. um 16.30 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Frankreich 2017, 118 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Lucas Belvaux
D.: Émilie Dequenne, André Dussolier, Guillaume Couix, Catherine Jacob

Pauline arbeitet als Krankenschwester in einer Kleinstadt im strukturschwachen Norden Frankreichs. Sie kümmert sich um ihren Vater und zieht ihre beiden Kinder alleine groß. Ihre Beliebtheit und Glaubwürdigkeit will sich eine aufstrebende nationalistische Partei zu Nutze machen und wirbt sie als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen an. Der charismatische Arzt Dr. Berthier umschmeichelt Pauline und überredet sie zu kandidieren. Sie willigt ein in der Hoffnung, in der Lokalpolitik etwas bewirken zu können. Doch Pauline muss bald erkennen, dass sie nur als hübsches Gesicht der landesweiten Wahlkampagne von Parteichefin Agnès Dorgelle dienen soll.
Regisseur Lucas Belvaux legt in seinem spannend inszenierten Politdrama die Methoden rechtsextremer Parteien wie des Front National offen und zeigt, wie schnell auch anständige, engagierte Menschen in den Sog populistischer Parolen geraten können. Catherine Jacob als Marine Le Pen-Double ist geradezu furchterregend authentisch.

Astrid / Unga Astrid

Samstag 24.11. um 19.00 Uhr im Lumiere

Schweden 2017, 6123 Min.
Schwedische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Pernille Fischer Christensen
D.: Alba August, Maria Bonnevie, Trine Dyrholm, Björn Gustafsson

Schweden Anfang des 20. Jahrhunderts: Für Astrid und ihre Geschwister ist es ein Glück, auf einem Pfarrbauernhof in Vimmerby aufzuwachsen. Neben religiösen Werten vermitteln ihnen die Eltern auch einen Sinn für Freiheit. Sie ermöglichen Astrid, eine höhere Schule zu besuchen, und sie erlauben der 18-Jährigen, eine Stelle als Volontärin in der Ortszeitung anzutreten. Doch Redakteur Reinhold Blomberg bringt ihr nicht nur bei, Texte zu schreiben, er verliebt sich auch in sie. Als sie schwanger wird, fasst Astrid einen folgenreichen Entschluss: Sie lehnt es ab, Blomberg zu heiraten und will allein für sich und ihren Sohn Lasse sorgen.
In ihrem Film über die Jugendjahre der Schriftstellerin Astrid Lindgren porträtiert Pernille Fischer Christensen eine starke, unabhängige junge Frau, die gesellschaftliche Normen aufbricht und sich schwierigen Entscheidungen mutig stellt. Die junge Alba August, Tochter des berühmten Regisseurs Bille August, ist eine Idealbesetzung für die Rolle und wurde auf der Berlinale als neuer Shooting Star gefeiert.

Anna Karenina

Samstag 24.11. um 19.00 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Russland 2017, 138 Min.
Russische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Karen Schachnasarov
D.: Makar Michalkin, Elisaveta Bojarskaja. Maxim Matvejev

Leo Tolstois grandioser Roman um Anna Karenina und deren schleichenden Ausschluss aus der vermeintlich noblen Gesellschaft wurde schon oft verfilmt, aber wir bekamen in der Regel die westlichen Versionen zu sehen. Jetzt bietet sich die Gelegenheit, Tolstois Figuren für einmal in Russisch reden zu hören. Darüber hinaus hat der Filmemacher den Blickwinkel von Annas Liebhaber Wronski gewählt, der mitten im russisch-japanischen Krieg 1904 Annas erwachsenem Sohn von seiner unsterblichen Liebe erzählt und im Gespräch mit ihm die Erinnerungen wieder aufleben lässt. Anna Karenina ist unglücklich mit dem hohen Beamten Alexei Karenin verheiratet und verliebt sich hoffnungslos in den attraktiven Offizier Wronski. Als der Ehemann die Situation begreift, verweigert er seiner Frau die Scheidung, um den Schein zu wahren.
Für Regisseur Schachnasarov hat nie ein Autor besser die Beziehung zwischen Frau und Mann beschrieben, und so bleibt er der Vorlage treu, inszeniert das Buch schnörkellos, damit wir in die Zeit Annas eintauchen können. Schönes Erzählkino in bester Tradition.

Nocturama

Samstag 24.11. um 21.30 Uhr im Alfred-Hessel-saal

Frankreich 2016, 120 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Bertrand Bonello
D.: Finnegan Oldfield, Vincent Rottiers, Hamza Meziani

Ein Morgen in Paris. Eine Handvoll Jugendlicher aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Sie tanzen, jeder für sich, ein seltsames Ballett durch das Labyrinth der Metro und die Straßen der Hauptstadt. Sie alle scheinen einem Plan zu folgen. Ihre Gesten wirken in ihrer Präzision fast gefährlich. Sie steuern alle auf einen Punkt zu: Ein Luxuskaufhaus vor Ladenschluss.Wenig später Explosionen. Der Anschlag nimmt seinen Lauf. An ihrem Treffpunkt wollen sich die Jugendlichen verstecken, bis die Luft wieder rein ist. Und damit fängt die Geschichte eigentlich erst an.
Ein beunruhigend aktuelles Thriller-Drama des radikalen Regisseurs Bertrand Bonello. In Frankreich lief der Film nur kurz in den Kinos. Nach den Terroranschlägen von Paris und Nizza wollte niemand junge Leute sehen, die eine Anschlagserie vorbereiten. Dabei ist der Cast exzellent und die Darstellung überzeugend. Bei den Filmfestspielen von Cannes wurde NOCTURAMA kurz vor der Eröffnung offiziell ausgeladen. Der Film sei "zu politisch", so die Verlautbarung. Das lässt sich bei einem Festival wie dem in Cannes eigentlich als Ehrung verstehen.

Love & Crime / Ammore e malavita

Samstag 24.11. um 21.30 Uhr im Lumiere

Italien 2017, 134 Min.
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Antonio Manetti, Marco Manetti
D.: Giampaolo Morelli, Serena Rossi, Claudia Gerini, Carlo Buccirosso

Neapel: Gangsterkönig Don Vincenzo will mit Hilfe seiner Gattin Donna Maria unerkannt aussteigen. Also wird an seiner Statt ein harmloser Schuhmacher zu Grabe getragen. Dummerweise hat die junge Krankenschwester Fatima den quicklebendigen Don Vincenzo gesehen, weshalb die beiden Bodyguards Ciro und Rosario auf sie angesetzt werden. Doch Ciro erkennt in Fatima seine große Jugendliebe wieder. Bald ist das Paar auf der Flucht, mit der gesamten Unterwelt Neapels auf den Fersen.
Das gab's noch nie: ein knallbuntes Mafia-Musical mit jeder Menge schräger Gesangs- und Tanzeinlagen: Da schmettert ein Toter im Sarg, Touristen genießen das Feeling, bei einer Besichtigungstour stilgerecht ausgeraubt zu werden, und die unter Hausarrest stehenden Kleinkriminellen winken im Takt von den Balkonen. Die umwerfende Mischung aus Gangsterfilmparodie, anrührender Liebesgeschichte und neapolitanischem La La Land kam nicht nur beim Festival von Venedig sehr gut an, sondern wurde auch mit fünf italienischen Filmpreisen "David di Donatello" ausgezeichnet, darunter "Bester Film", "Beste Regie" und "Beste Nebendarstellerin" (Claudia Gerini).