Barbara - Chansons für eine Abwesende / Barbara - Chansons pour une absente

Freitag 23.11. um 19.00 Uhr im Lumiere

Frankreich 2017, 60 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Cyril Leuthy

Der Todestag der französischen Chanson-Sängerin Barbara jährte sich 2017 zum 20. Mal. Sie bezeichnete sich selbst einfach als "eine Frau, die singt" und war doch zu Beginn der 60er Jahre die erste Frau, die auf Augenhöhe stand mit den Allergrößten des französischen Chansons, wie Georges Brassens oder Jacques Brel. Regisseur Cyril Leuthy erinnert in diesem neuen Film in Form eines musikalischen Selbstporträts an die Sängerin.
In zahlreichen Interviews aus verschiedenen Jahren erzählt Barbara anhand einiger ihrer schönsten Lieder von sich. Dabei entsteht das sehr persönliche Porträt einer tiefgründigen Persönlichkeit, die dem Publikum ihr wahres Inneres vollständig offenbaren wollte. Mit unveröffentlichten Archivaufnahmen und animierten Sequenzen von Sébastien Laudenbach vermittelt der bewegende Film Einblicke in das Leben und Werk einer leidenschaftlichen Künstlerin, die ihren Beruf als Berufung ansah.

Regisseur Cyril Leuthy und Produzentin Anne Gènevaux sind zu Gast beim Festival.

Cold War - Breitengrad der Liebe / Cold Warl

Freitag 23.11. um 19.00 Uhr im im Alfred-Hessel-Saal

Polen/Frankreich/D 2018, 89 Min.
Mehrsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Pawel Pawlikowski
D.: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kulesza, Cédric Kahn

Polen direkt nach dem 2. Weltkrieg, der kulturelle Wiederaufbau beginnt. Der Komponist Wiktor soll ein neuartiges Folklore-Ensemble zusammenstellen. Unter den Sängerinnen ist auch die junge Zula. Schön, begabt und energiegeladen, steht Zula schon bald im Mittelpunkt, und die beiden verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Doch als das Ensemble zunehmend unter stalinistische Kontrolle gerät, nutzt Wiktor einen Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der verabredeten Flucht fern, aber das Schicksal führt die beiden immer wieder zueinander.
Heimat und Exil, Leidenschaft und Verlust: Oscar-Preisträger Pawel Pawlikowski ("Ida") erzählt in seinem neuen Meisterwerk in faszinierenden Bildern die Geschichte seiner Eltern. Polen, Frankreich, die DDR und Jugoslawien sind die Schauplätze der fatalen Liebe eines Paares, das vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ohneeinander nicht leben kann und miteinander fast keinen Frieden findet.

120 BPM

Freitag 23.11. um 21.00 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Frankreich 2017, 140 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Robin Campillo
D.: Nahuel Perez Biscayart, Arnaud Valois, Adèle Haenel

Paris, Anfang der 90er. Seit fast zehn Jahren wütet Aids in Frankreich, doch noch immer wird über die Epidemie in weiten Teilen der Gesellschaft geschwiegen. Mitterrands Regierung kümmert sich nicht um sexuelle Aufklärung und die Pharma-Lobby verschleppt die Entwicklung neuer Medikamente. ACT UP, eine Aktivistengruppe von Betroffenen, will auf die Missstände aufmerksam machen Sie schmeißt Kunstblut-gefüllte Wasserbomben auf die Wände von Forschungseinrichtungen und kapert bewaffnet mit Informationsbroschüren die Klassenräume der Stadt. Wie weit die Aktionen gehen dürfen, wird bei den wöchentlichen Treffen kontrovers diskutiert.
Als der 26-jährige Nathan, der selbst HIV-negativ ist, zu ACT UP stößt, zieht ihn die Entschlossenheit der Gemeinschaft sofort in ihren Bann. Und er verliebt sich in Sean, den Mutigsten und Radikalsten der Gruppe. Zusammen kämpfen sie an vorderster Front, selbst dann noch, als bei Sean die Krankheit schon längst ausgebrochen ist. Ein aufwühlender, kraftvoller Film, ausgezeichnet mit sechs "Césars", darunter als Bester Film.

Gegen den Strom / Kona fer i strid

Freitag 23.11. um 21.30 Uhr im Lumiere

Island 2018, 100 Min.
Isländische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Benedikt Erlingsson
D.: Halldora Geirhardsdottir, Johann Sigurdarson

Halla ist fünfzig, Chorleiterin und eine unabhängige Frau. Doch hinter der Fassade einer gemächlichen Routine führt sie ein Doppelleben als leidenschaftliche Umweltaktivistin. Unter dem Decknamen "Die Bergfrau" führt sie einen heimlichen Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie. Mit Vandalismus bis hin zur Industriesabotage gelingt es ihr, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem internationalen Investor zu stoppen. Doch dann erfährt sie, dass ihr Antrag für die Adoption eines Kindes endlich angenommen wurde. Sie plant ihre letzte und kühnste Operation als Retterin der isländischen Highlands.
Bereits mit seinem großartig skurrilen Spielfilmdebüt "Von Menschen und Pferden" erregte Benedikt Erlingsson international Aufmerksamkeit. Nun ist der isländische Regisseur zurück mit einer ebenso knochentrockenen wie scharfzüngigen Komödie. Publikumsliebling auf vielen Festivals.