Blume / Fiore

Montag 27.11. um 17.00 Uhr im Lumiere

Italien 2016, 110 Min.
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
RRegie: Claudio Giovannesi
D.: Daphne Scoccia, Josciua Algeri, Laura Vasiliu, Aniello Arena

Die Blume der Liebe blüht auch hinter den Mauern einer Jugendhaftanstalt. Daphne sitzt wegen Raubüberfällen und verliebt sich in Josh, der wegen ähnlicher Delikte hier ist. Doch männliche und weibliche Insassen sind strikt voneinander getrennt. Die Gefühle, die zwischen Daphne und Josh entstehen, leben nur von ihren Blicken von einer Zelle zur anderen, von kurzen Unterhaltungen durch die Gitterstäbe und einigen heimlich geschmuggelten Briefen. Kann die Macht der Gefühle alle Mauern niederreißen? Daphne und Josh wagen einen Ausbruch.
Regisseur Claudio Giovannesi erzählt berührend von eingesperrten Gefühlen und Sehnsüchten - nach Freiheit wie nach Liebe. Ein packender Film im besten Geist des Neorealismus: gedreht in einem echten (wenngleich leerstehenden Gefängnis), mit zwei jugendlichen Debutanten in den Hauptrollen, deren reale Lebensgeschichten Bestandteil der Handlung wurden.

Sami - Das Mädchen aus dem Norden / Sameblod

Montag 27.11. um 19.30 Uhr im Lumiere

Schweden 2016, 110 Min.
Schwedisch-samische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Amanda Kernell
D.: Lene Cecilia Sparrok, Mia Erika Sparrok, Maj Doris Rimpi

Schweden in den 1930er Jahren. Das vierzehnjährige Sámi-Mädchen Elle Marja lebt mit den Eltern und der kleinen Schwester von der Rentierzucht. Im Zuge eines staatlichen "Kultivierungsprogramms", das den nördlichsten Volksgruppen die schwedische Sprache und Kultur beibringen soll, kommt Elle Marja in ein viele Kilometer entferntes Internat. Dort wird das Mädchen unterrichtet und gefördert - und rassebiologischen Untersuchungen unterzogen. Zunehmend verleugnet Elle Marja ihre Sámi-Identität, die Herkunft wird ihr fremd und peinlich. Sie entscheidet sich für einen radikalen Schritt, um als Schwedin akzeptiert zu werden.
Amanda Kernells herausragendes Spielfilmdebüt ist ein kluger und vielschichtiger Kommentar zu den Ungerechtigkeiten, denen die Sámi seitens offizieller Institutionen ausgesetzt waren. Vor einer visuell überwältigenden Naturkulisse und mit einem herausragenden Sounddesign beleuchtet das Drama ein bislang wenig bekanntes Kapitel in der schwedischen Geschichte.

Die Autorin Annica Wennström, Expertin für die Lebensituation der Samen, ist zu Gast beim Festival.

Ana, mon amour

Montag 27.11. um 19.30 Uhr im Clubkino im ZHG 011

Rumänien 2016, 125 Min.
Rumänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Calin Peter Netzer
D.: Mircea Postelnicu, Diana Cavaliotti, Carmen Tanase

Ana und Toma lernen sich an der Uni beim Literaturstudium kennen und werden schnell ein Paar. Ihre Beziehung ist sehr innig, vor allem weil die neurotische Ana aufgrund ihrer Panikattacken und Ängste stark auf Tomas Hilfe angewiesen ist und dieser sich mehr und mehr als ihr Beschützer versteht, etwa vor ihren wenig verständnisvollen Eltern. Irgendwann kann Ana ohne Toma nicht mal mehr das Haus verlassen, der zur Beratung hinzugezogene Psychiater verschreibt ihr lediglich Medikamente. Jahre später heiratet das Paar und bekommt ein Kind. Endlich besucht Ana eine Therapeutin und wird mit der Zeit immer selbständiger. Als Ana ihre Ängste in den Griff bekommt, ist Toma allein.
ANA, MON AMOUR ist "radikal und konsequent: ein Kinoerlebnis, das einen bis zur letzten Minute gefangen nimmt - und dann völlig überraschend umhaut!" (filmstarts.de)