Lass dich gehen / Lasciati andare

Freitag 24.11. um 19.00 Uhr im Lumiere

Italien 2017, 102 Min.
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Francesco Amato
D.: Toni Servillo, Veronica Echegui, Carla Signoris, Luca Marinelli

Der Psychoanalytiker Elia erlebt täglich so viele Emotionen seiner Patienten, dass er sie im eigenen Leben lieber fernhält. Er wahrt stets professionelle Distanz, nur seine Leidenschaft zu Süßspeisen kriegt er nicht unter Kontrolle. Bald setzt ihn sein Arzt auf Diät und schickt ihn ins Fitnessstudio. Dort trifft er auf die quirlige junge Trainerin Claudia, die es eher mit dem Körperkult als mit der Seele hält. Vor allem hat sie das Talent, jeden, der ihr über den Weg läuft, in ihre persönlichen Schwierigkeiten zu verstricken. Aktuell ist ihr ein jugendlicher Gangster auf den Fersen, und ehe er sich versieht, gerät Elias Leben mehr in Schwung als er sich das jemals hätte träumen lassen.
Ein großer Spaß ganz im Geist der klassischen Screwball-Komödie, mit pointierten Wortgefechten, haarsträubenden Situationen und zwei brillanten Hauptdarstellern. Wer hätte gedacht, dass Toni Servillo so komisch sein kann?

Regisseur Francesco Amato ist zu Gast beim Festival.

Worlds apart / Enas allos kosmos

Freitag 24.11. um 19.00 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Griechenland 2016, 103 Min.
Griechisch-englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Christopher Papakaliatis
D.: J.K. Simmons, Maria Kavoyianni, Christopher Papakaliatis, Tawfeek Barhom

Drei Liebespaare aus drei Generationen stehen im Zentrum dieser packenden und bewegenden Geschichte, mitten in der aufgewühlten Stadt Athen: Die Studentin Daphne wird bei einem Überfall vom syrischen Flüchtling Farris gerettet. Der Abteilungsleiter Giorgos beginnt eine Affäre mit der schwedischen Businessfrau Elise. Die Hausfrau Maria lernt im Supermarkt den aus Deutschland ausgewanderten Professor Sebastian kennen. Und das Leben von ihnen allen wird erfasst von den sozialen Umbrüchen im Griechenland von heute.
Regisseur und Schauspieler Christopher Papakaliatis zeigt das Drama, das sich im südlichen Europa abspielt. Da sind die Flüchtlinge, die Richtung Norden weiterreisen möchten und in Griechenland festsitzen, da sind Griechen, die um ihr Auskommen bangen müssen oder es verlieren. Die Weltlage ist nicht auf ihrer Seite, und dennoch ist es ein Film voller Hoffnung, ein Liebesfilm, über Grenzen und Generationen hinweg. WORLDS APART hat in seiner griechischen Heimat seit seinem Start Anfang 2016 ein Rekordergebnis von mehr als 700.000 Zuschauern verzeichnet.

Paradies / Raj

Freitag 24.11. um 21.00 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Russland, D, F 2016, 130 Min.
Russisch-französisch-deutsche Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Regie: Andrej Konchalovsk
D.: Julia Vysotskaya, Christian Clauß, Philippe Duquesne, Peter Kurth

Die Schicksale dreier Menschen kreuzen sich 1942 im besetzten Frankreich. Aus einer Verhörsituation entwickelt sich in Rückblenden die Geschichte: die elegante russische Aristokratin Olga wird bei einer Razzia festgenommen, weil sie in ihrer Wohnung zwei jüdische Kinder versteckt hält. Im Gefängnis macht ihr der französische Kollaborateur Jules sexuelle Avancen. Als Jules von der Resistance erschossen wird, landet Olga im Konzentrationslager. Dort erkennt sie in einem der deutschen Offiziere ihren früheren Geliebten Helmut wieder. Damals schwärmte er für Tschechow, jetzt arbeitet er voller Überzeugung für Hitler und die SS. Dennoch ist Olga überzeugt, er werde ihr zur Flucht verhelfen.
"Regisseur Andrej Konchalovsky betrachtet seinen Film als Parabel über menschliche Abgründe. Das großartige Darsteller-Ensemble beglaubigt, wie die Verhältnisse aus anständigen Familienmenschen wie Jules oder sensiblen Ästheten wie Helmut perfekt funktionierende Mordgehilfen machen. Und Julia Vysotskaya folgt als Olga einzig ihrem Überlebensinstinkt." (epd Film) PARADIES wurde beim Filmfestival von Venedig mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie ausgezeichnet.

Einmal bitte alles

Freitag 24.11. um 22.00 Uhr im Lumiere

D 2017, 85 Min.
Regie: Helena Hufnagel
D.: Luise Heyer, Jytte-Merle Böhrnsen, Patrick Güldenberg

Die Grafikerin Isi und die Journalistin Lotte sind Ende 20 und leben zusammen in einer WG in München. Sie sind kreativ, partner- und arbeitslos, schlagen sich mit Praktikumsplätzen durchs Leben und lassen sich davon die Laune nicht verderben. Doch dann kriegt Lotte einen Job, verliebt sich und wird schwanger. "Ich glaube, ich habe keinen Platz mehr für Dich", herrscht sie Isi eines Tages an. Notgedrungen zieht die in die heruntergekommene WG des Möchtegern-Musikers Klausi und des exzentrischen Medizinstudenten Daniel. Langsam wird ihr klar, dass auch sie ihr Leben auf die Reihe bekommen muss .
EINMAL BITTE ALLES ist eine deutsche Coming-of-Age-Late-Komödie zum Thema Erwachsenwerden Ende 20. Helena Hufnagels Film demonstriert, was es heißt, im Jahr 2017 "spät dran zu sein" und die Regisseurin solidarisiert sich dabei bedingungslos mit ihrer Hauptfigur. Sie kontrastiert ihre Geschichte zu Texten aus "Die Schönen und Verdammten" von F. Scott Fitzgerald (gelesen von Jessica Schwarz), nach dessen Roman Isi eine Graphic Novel plant. Und sie zeigt damit auf, dass es das Problem der "verlorenen Generation" kein neues ist.