Lea

Mittwoch 30.11. um 17.00 Uhr im Lumiere

Italien 2015, 95 Min.
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Marco Tullio Giordana
D.: Vanessa Scalera, Linda Caridi, Alessio Praticò, Mauro Conte

Ein kleiner Ort in Kalabrien: Lea Garofalo kommt aus einer Familie, die tief in die Aktionen der dortigen Mafia, der 'Ndrangheta, verstrickt ist. Für ihre Tochter Denise jedoch wünscht sie sich ein anderes Leben, ein Leben ohne Gewalt, ohne Lügen und Angst. Sie reagiert mit den einzigen Waffen, die sie hat: sie erstattet Anzeige gegen ihre Mafia-Familie und vertraut sich der Justiz an. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen. Schon bald steht sie mit Denise unter strengem Zeugenschutz, muss mehrfach Namen und Aufenthaltsort ändern, um der Rache ihres Clans zu entgehen. Doch Lea merkt, dass sie und ihre Tochter sich auf niemanden verlassen können.
Eine wahre Geschichte, die in Italien großes Aufsehen erregte. Regisseur Marco Tullio Giordana ("100 Schritte", "Die besten Jahre") bleibt nah an den Tatsachen, erzählt den Fall von Lea und Denise Garofalo als nüchternes, gleichwohl intensives und packendes Dokudrama.

Die Stadt als Beute

Mittwoch 30.11. um 19.00 Uhr im Lumiere

D 2016, 82 Min. Regie: Andreas Wilcke

Als Insel zwischen zwei Systemen entzog sich Berlin lange den Begehrlichkeiten des Marktes. In verschiedensten Kiezen schien es für jeden eine Nische zu geben. Damit ist jetzt Schluss: Berlin soll Megacity werden. Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als "the place to be". Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die - verglichen mit "zu Hause" - spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Parallel-Universen tun sich auf.
Andreas Wilcke hat diesen Vorgang vier Jahre lang durchleuchtet. Mit seiner Kamera ist er überall in der Stadt unterwegs; befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.
"Wilcke betätigt sich als stiller Beobachter des Gentrifizierungsprozesses, der in der Kombination aus politischer Ignoranz, professioneller Gier und menschlicher Ohnmacht der Skandal aller großen Städte ist - in Berlin samt den Folgen für Altmieter, Nachbarschaften, soziale Mischung quasi in Echtzeit zu besichtigen." (tagesspiegel)

Regisseur Andreas Wilcke ist zu Gast.

Blutsbande / Musarañas

Mittwoch 30.11. um 21.45 Uhr im Lumiere

Spanien 2014, 91 Min.
Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Juanfer Andrés, Esteban Roel
D.: Macarena Gómez, Nadia de Santiago, Luis Tosar

Spanien in den 50er Jahren: Die streng religiöse Schneiderin Montse leidet an Agoraphobie, der Angst vor öffentlichen Plätzen, so dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlässt. Einzige Verbindung zur Außenwelt ist ihre jüngere Schwester. Der immergleiche Alltag wird jäh unterbrochen, als der Nachbar Carlos die Treppe herunterstürzt und schwer verletzt vor Montses Tür liegen bleibt. Montse kann sich trotz ihrer Ängste nicht davor verschließen, dem Verletzten zu helfen. Doch was als Gesundpflegen beginnt, entwickelt sich allmählich zu einer Obsession. Als Montse merkt, dass sich Carlos offenbar stärker zu ihrer Schwester hingezogen fühlt, sieht sie sich mit bislang unbekannten Gefühlen konfrontiert, die unaufhaltsam in eine Spirale der Gewalt führen.
Ein spannender Psychothriller mit Horror-Einlagen, produziert von Alex de la Iglesia ("My Big Night"), mit einer Oscar-reifen Leistung von Hauptdarstellerin Macarena Gómez. BLUTSBANDE erhielt drei Goya-Filmpreise und gewann den Publikumspreis beim Fantasy Filmfest 2015.