Carlitos großer Traum

Samstag 26. und Sonnntag 27.11. um 15.00 Uhr im Lumiere

Spanien 2008, 100 Min.
Deutsche Fassung
Regie: Jesus del Cerro
D.: Gulliermo Campra, Gustavo Salmerón, Irene Visedo

Carlitos hat zweigroße Wünsche: Er will von einer liebevollen Familie adoptiert und ein großer Fußballstar werden. Doch Don Hipolito, der Direktor des Waisenhauses, ist mehr an den großzügigen Schecks interessiert, die ihm zukünftige Adoptiveltern zustecken, als am Wohl der Kinder.. Aber Carlitos hat Freunde, auf die er sich verlassen kann: den Sportlehrer Diego, Maite, die Ernährungsberaterin und Zecke, Flocke und Erdbirne aus der Bande der "Feinde Hipolitos". Gemeinsam versuchen sie, Carlitos bei den Auswahltests der spanischen Jugend-Nationalmannschaft unterzubringen. Und das ist gar nicht so leicht, denn genau an diesem Tag unternimmt Don Hipolito mit seinen Schülern einen Ausflug ins Meeresmuseum. Seine Freunde tun alles, damit Don Hipolito nicht merkt, dass Carlitos fehlt. Dummerweise wird das Testspiel live im Fernsehen übertragen …Eine rasante Komödie und ein modernes Märchen um die Sehnsucht eines Jungen nach Anerkennung.


Einfach das Ende der Welt / Juste la fin du monde

Samstag 26.11. um 17.00 Uhr im Lumiere

Frankreich/Kanada 2016, 97 Min.
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Xavier Dolan
D.: Gaspard Ulliel, Nathalie Baye, Léa Seydoux, Vincent Cassel, Marion Cotillard

Nach über zwölf Jahren kehrt Louis erstmals nach Hause zurück. Er hat eine wichtige Mitteilung zu machen. Die Ankunft des verlorenen Sohnes und Bruders versetzt die Familie in helle Aufregung. Aber seine Familie hat auch ihm eine Menge mitzuteilen. In den Jahren seiner Abwesenheit haben sich Legenden gebildet, Ressentiments angestaut und Hoffnungen an den Abwesenden geknüpft, der nun endlich da ist. Suzanne, die kleine Schwester, die zu viel kifft, hat ihren fernen Bruder kaum kennengelernt, aber sie nährt die Fantasie, dass mit ihm alles anders gelaufen wäre und dass er sie immer noch retten könnte. Mit jeder Stunde, die verstreicht, scheint es für Louis aussichtsloser, endlich das zu sagen, wofür er eigentlich gekommen ist.
Die Theateradaption, herausragend besetzt mit Vincent Cassel, Marion Cotillard, Léa Seydoux und Nathalie Baye, ist ein Rausch der Emotionen, Farben und Töne. Regie-Wunderkind Xavier Dolan schafft eine spannungsreiche visuelle Enge zwischen Figuren, die in Wahrheit nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes erhielt er den Großen Preis der Jury.

Hinter den Wolken / Achter de Wolken

Samstag 26.11. um 17.00 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Belgien 2016, 108 Min.
Deutsche Fassung
Regie: Cecilia Verheyden
D.: Chris Loome, Jo De Meyere, Katelijne Verbeke, Charlotte de Bruyne

Nach mehr als 50 Jahren treffen sich Emma und Gerard wieder. Für beide war es damals die erste große Liebe. Und obwohl sie inzwischen fast ein ganzes Leben trennt, spüren sie noch immer diese Anziehung, die Vertrautheit und auch die Leidenschaft. Für Emmas Familie kommt das unvermittelt und viel zu früh. Schließlich ist ihr Mann gerade erst gestorben. Aber die Liebe lässt sich nicht planen, und was haben die beiden schon noch zu verlieren, außer Zeit?
Warmherzig und voller Lebenslust inszeniert Regisseurin Cecilia Verheyden ihr Spielfilmdebüt und begeisterte damit in Belgien bereits ein riesiges Publikum. Ihre wunderbaren Hauptdarsteller Chris Lomme und Jo De Meyere tragen den Film, der von Jean-Pierre und Luc Dardenne koproduziert wurde.

Aus Liebe zu euch / Per amor vostro

Samstag 26.11. um 19.00 Uhr im Lumiere

Italien 2015, 109 Min.
Regie: Giuseppe Gaudino
D.: Valeria Golino, Massimiliano Gallo, Adriano Giannini, Salvatore Cantalupo

Anna lebt mitten in Neapel. Sie ist verheiratet und Mutter dreier halbwüchsiger Kinder. Anna ist ein großzügiger Mensch und immer bereit, anderen zu helfen. Doch sie sieht nicht mehr, was in ihrer Familie wirklich vor sich geht. Dass ihr Mann sich immer mehr in kriminelle Kreditgeschäfte verstrickt, die Kinder sich ihr entfremden, ihre Eltern sie ausnutzen. Auch der Job in einem Fernsehstudio, wo sie hinter der Kamera Tafeln mit den Dialogen für die Schauspieler hochhält, ist nicht gerade toll. Mit der Bewältigung des Alltags beschäftigt, droht ihr die Wirklichkeit immer mehr zu entgleiten. Anna spürt - so kann es nicht weitergehen.
Eine scheinbar alltägliche Geschichte, aufregend anders erzählt: Die Kamera scheint zu schweben, Schwarzweiß wechselt mit Farbe, in der besonderen Atmosphäre Neapels gedeihen Visionen und Fantasien. Regisseur Giuseppe Gaudino lässt Anna eintauchen in eine zweite Dimension voller Geheimnisse und Wunder. Zusammengehalten werden Realität und Vision durch die berührende Leistung von Valeria Golino, die beim Festival von Venedig zu Recht als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Es geht eine Art inneres Leuchten von ihr aus, das mitten in Herz trifft.

Regisseur Giuseppe Gaudino ist zu Gast beim Festival.

Wer mit mir läuft / A quién conmigo va

Samstag 26.11. um 19.15 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Spanien 2014, 73 Min.
Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie, Buch, Kamera: Amparo Mejías

"Wir haben keine Krise". Die Aussage des spanischen Ex-Ministerpräsidenten Zapatero wirkt angesichts von 200 Zwangsräumungen am Tag und 1,8 Mio. Haushalten ohne gesichertes Einkommen wie Hohn.
In keinem anderen Land Europas wurden in den 2000er-Jahren so viele Wohnungen gebaut wie in Spanien, Banken vergaben freigiebig Kredite, das Baugewerbe boomte - bis 2007 die Immobilienblase platzte und die noch immer andauernde Weltwirtschaftskrise einleitete. Besonders schwer davon betroffen: Spanien. Seither sind auf der iberischen Halbinsel Zwangsräumungen an der Tagesordnung, während landesweit Millionen von Wohnungen leer stehen. Wie so viele ihrer Landsleute waren Lola und ihre Familie nicht mehr imstande, ihr Bankdarlehen zurückzuzahlen und wurden dadurch in die Obdachlosigkeit getrieben. Gemeinsam mit vielen anderen besetzen sie seitdem einen von unzähligen leer stehenden Wohnblöcken und leben dort ohne Wasser und Strom.
Der Film begleitet couragierte Frauen in ihrem täglichen Kampf um ihr Recht auf angemessenen Wohnraum und gibt uns einen Einblick in die aktuelle Krisensituation Spaniens.

Regisseurin Amparo Mejías ist zu Gast beim Festival.

The Lobster

Samstag 26.11. um 21.45 Uhr im Alfred-Hessel-Saal

Griechenland 2015, 114 Min.
Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Yorgos Lanthimos
D.: Colin Farrell, Rachel Weisz, Léa Seydoux, Ben Whishaw

In der Zukunft erhalten Erwachsene ohne Beziehung 45 Tage, in einem abgeriegelten Ressort am Meer - genannt Das Hotel - einen neuen Lebenspartner zu finden - wenn es ihnen nicht gelingt, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Der übergewichtige David macht zunächst alles mit, bis er die Situation nicht mehr ertragen kann und flieht. Er schließt sich anderen Abtrünnigen an, die den Aufstand gegen die Unterdrückung proben - eckt aber auch da an, als er sich verliebt, denn hier ist Liebe streng untersagt.
Die pechschwarze Satire des gefeierten griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos ist in einer dystopischen Parallelwelt angesiedelt, wie sie auch der Fantasie eines Luis Bunuel entsprungen sein könnte. Sensationell hochkarätig besetzt mit Colin Farrell, Rachel Weisz und Léa Seydoux, wird das gesellschaftliche Ideal der Zweisamkeit als ultimatives Lebensziel radikal auf die Spitze getrieben in einer atemberaubend komischen Szene nach der anderen, bis die Stimmung unvermittelt umschlägt.

Kurs auf Berlin / Perdiendo el norte

Samstag 26.11. um 22.00 Uhr im Lumiere

Spanien 2015, 102 Min.
Spansche Originalfassung mit englischen Untertiteln
Regie: Nacho García Vellila
D.: Yon González, Blanca Suárez, Julián López

Hugo und Braulio sind jung und bestens ausgebildet: Wirtschaftswissenschaftler der eine, Molekularbiologe der andere. Doch die Zeiten sind schlecht in Spanien, und Aussichten auf einen Job haben sie beide nicht. Als sie einen Fernsehbericht über den Jobboom in Deutschland sehen, packen sie ihre Koffer und ziehen nach Berlin. Allerdings wartet auch hier niemand auf sie - außer einem Kebabladen-Besitzer, bei dem sie unterkommen. Mit ihren wenigen Brocken Deutsch radebrechen sich die Exil-Akademiker durch die Personalbüros und schrauben ihre Ansprüche immer weiter herunter. Endstation Dönerspieß - oder gibt es doch noch eine spanische Zukunft in der deutschen Hauptstadt? Eine unterhaltsame Krisen-Komödie mit spleenigen Typen, die fröhlich mit nationalen Klischees spielt.
"In Spanien der Überraschungshit des Jahres, denn er hat alle großen Probleme der 'verlorenen Generation' in 102 Minuten flotte Komödie gepresst. Die Deutschen allerdings sind ausschließlich humorlose Beamte, strenge Chefs und gänzlich uncharmant mit den Frauen. Aber das haben die Spanier ja schon immer gewusst." (Süddeutsche Zeitung)